Liebe Mitglieder,
heute möchten wir uns mit einem wichtigen Thema an euch wenden. Es geht um die zukünftige Ausrichtung der Green Leaf Society und darum, gemeinsam zu prüfen, wie wir den Verein auch langfristig stabil, fair und tragfähig aufstellen können.
Viele von euch, die schon länger dabei sind, kennen noch unser ursprüngliches Modell mit einem höheren Mitgliedsbeitrag und einer inkludierten Menge. Im Juli 2025 haben wir dieses Modell gemeinsam verändert. Ziel war es, auch Menschen mit geringerem Bedarf eine legale Versorgungsmöglichkeit über den Verein zu bieten. Deshalb wurde der Grundbeitrag auf 5 € im Monat abgesenkt und der Cannabisbezug flexibler gestaltet. Gleichzeitig ist in unserer Beitragsordnung festgelegt, dass jedes Mitglied mindestens einmal pro Quartal Cannabis aus dem Verein beziehen muss, um weiterhin als aktives Mitglied geführt zu werden.
Diese Entscheidung war damals richtig und solidarisch.
Inzwischen zeigt sich jedoch, dass dieses Modell in der praktischen Umsetzung wirtschaftlich an Grenzen stößt. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass die bei Anmeldung gemeldeten Bedarfe und der tatsächlicher Bezug teilweise deutlich voneinander abweichen, und auch der minimale Konsens von mindestens einmal alle 3 Monate auch Zusatzpauschalen zu buchen von fast der Hälfte der Mitglieder nicht eingehalten wird, und regelmäßig darauf gewartet, dass wir den Ausschluss ankündigen bevor wieder ein Termin gebucht wird. Da wir unsere Produktion, unsere Flächen, unsere Abläufe und unsere Kosten auf einer realistischen Planung aufbauen müssen, bringt uns das zunehmend in eine schwierige Lage.
Aktuell hat die Green Leaf Society 212 Mitglieder. Unsere laufenden Fixkosten liegen inzwischen bei rund 20.000 € im Monat. Hinzu kommt, dass im Juli 2026 die Tilgungszahlungen unseres Kredits beginnen. Auch wenn sich dadurch perspektivisch bestimmte laufende Kosten verändern, wird das die Liquidität des Vereins zusätzlich beanspruchen. Deshalb müssen wir uns schon jetzt ehrlich mit der Frage beschäftigen, welches Modell den Verein künftig zuverlässig tragen kann. Wir müssen die wirtschaftliche Grundlage des Vereins jetzt neu justieren. Ohne Anpassungen lässt sich die aktuelle Struktur absehbar nicht dauerhaft stabil aufrechterhalten und an eine Rückzahlung der 120.000€ an Investitionskosten die nötig waren um überhaupt erstmal zur Lizenz zu kommen ist noch gar nicht zu denken.
Auch beim Preis haben wir nur begrenzten Spielraum. Die derzeitigen 7,50 € netto/Gramm für die sortenreine Abpackung von 25g stellen für uns bereits die absolute Untergrenze dar. Darunter können wir nicht arbeiten. Anders als große kommerzielle Marktteilnehmer ohne Steuerlast oder importbasierte Anbieter die günstig Ware aus Übersee einkaufen und diese zu einem Medizinprodukt umlabeln, tragen wir als Anbauvereinigung die tatsächlichen Kosten für Anbau, Infrastruktur, Verwaltung, Finanzierung und laufenden Vereinsbetrieb unmittelbar selbst.
Hinzu kommt, dass die Anforderungen der Behörden an unsere Produktion nicht danach unterscheiden, ob am Ende 20 Kilogramm oder 20 Tonnen hergestellt werden. Hygienevorgaben, Arbeitsschutz, Produktsicherheit, Dokumentation, räumliche Anforderungen und organisatorische Standards müssen wir in jedem Fall erfüllen und das ist leider teuer. Diese Vorgaben gelten für uns als genehmigte Anbauvereinigung in vollem Umfang, unabhängig davon, in welcher Größenordnung wir tatsächlich produzieren. Auch deshalb müssen unsere Beitrags- und Bezugsmodelle zu dieser wirtschaftlichen Realität passen.
Uns ist wichtig, an dieser Stelle offen zu sagen: Es geht nicht darum, jemanden unter Druck zu setzen oder Schuldige zu suchen. Es geht darum, gemeinsam zu überlegen, welches Modell auf Dauer zu unserem Verein, zu unserem Satzungszweck, und zu unserer tatsächlichen wirtschaftlichen Realität passt. Unser Satzungszweck ist klar auf Eigenanbau innerhalb des Vereins und Weitergabe an Mitglieder, sowie Prävention ausgerichtet. Genau deshalb müssen auch unsere Beitrags- und Bezugsmodelle so ausgestaltet sein, dass sie diesen Vereinszweck langfristig tragen.
Dabei geht es nicht nur um Zahlen. Es geht auch darum, was wir gemeinsam aufgebaut haben. Wir waren der erste genehmigte Club in Berlin. Trotz Zuständigkeitswirrwarr, Bauamt, Gegenwind und vieler Zweifel haben wir es geschafft, diesen Verein unabhängig aufzubauen --> ohne Investoren, ohne kommerzielle Geldgeber und ohne Menschen im Hintergrund, die nur auf Umsatz und Rendite schauen. Darauf können wir stolz sein.
Gerade deshalb wäre es bitter, wenn uns am Ende nicht die äußeren Widerstände zu Fall bringen, sondern unsere idealistische inkludierende Struktur, die wirtschaftlich nicht funktioniert, weil die Telemedizin kurz vor der gesetzlichen Anpassung ihre Lagerbestände zu Schleuderpreisen weit unter Herstellungskosten unters Volk bringt.
Zur Einholung eines Stimmungsbildes bitten wir euch, uns mitzuteilen, welche der folgenden Optionen ihr für fair, realistisch und zukunftsfähig haltet:
Option A
Das bestehende Modell bleibt grundsätzlich erhalten. Die bereits geltende Quartalsregel wird künftig verbindlich umgesetzt. Im Oktober 2026 prüfen wir gemeinsam, ob weitere Anpassungen erforderlich sind.
Option B
Zusätzlich zum Grundbeitrag wird eine verbindliche monatliche Zusatzpauschale in Höhe von 100,00 € brutto eingeführt (84,03 € zzgl. 15,97 € MwSt.), um die wirtschaftliche Planung und Stabilität des Vereins zu verbessern.
Option C
Es wird wieder ein Modell mit fester monatlicher Pauschale und inkludierter Menge eingeführt. Zur Auswahl stehen folgende monatliche Pauschalen, jeweils unabhängig von Sorte und Abpackung:
5 g für 50,42€+ 9,58 MwSt. --> 60€/ Monat
10 g für 92,44€+17,56 MwSt. --> 110€/ Monat
25 g für 210,08€ + 39,92€ MwSt. --> 250 €/ Monat
50 g für 378,15€ + 71,85€ MwSt.-->450 €/ Monat
Ein Wechsel der Pauschale ist jeweils nur zum folgenden Quartal möglich. Nicht genutzte Kontingente verfallen am Ende des jeweiligen Monats.
Option D
Ich möchte am bisherigen Modell festhalten und könnte mir eine Mitgliedschaft bei grundlegenden Änderungen nicht mehr vorstellen.
Bitte gebt uns bis 30.03.2026 eine ehrliche Rückmeldung dazu, welche Option ihr bevorzugt.
Da immer noch nicht alle Mitglieder einen Zugang zum neuen Portal haben, findet die Abstimmung über folgenden Link statt:
https://forms.cloud.microsoft/r/trxS5cuxeZ
Uns ist wichtig, diese Entscheidung nicht über die Köpfe der Mitglieder hinweg zu treffen, sondern gemeinsam mit euch zu besprechen. Nur wenn wir offen miteinander umgehen und realistisch auf die aktuelle Situation schauen, können wir eine Lösung finden, die den Verein langfristig trägt.
Wer sich noch einmal anschauen möchte, wie unsere Anfänge waren und was wir gemeinsam aufgebaut haben, findet hier ein Video aus unserer Anfangszeit:
https://www.youtube.com/watch?v=5NGeroEAmuk
Danke an alle, die diesen Weg bisher mitgetragen haben und sich jetzt die Zeit nehmen, an dieser wichtigen Entscheidung mitzuwirken.
Euer Vorstand der
Green Leaf Society e.V.